Zukunft Ganslberg

Achtzehn Monate sind seit dem Tode Fritz Koenigs vergangen und bisher ist nicht ansatzweise abzusehen, was aus seinem Besitz Ganslberg werden soll. Der Grünen Fraktion fehlt jedes Verständnis für diesen fortwährenden Stillstand. In der Verantwortung sieht sie vornehmlich die beiden Testamentsvollstrecker Reinhold Baumstark und Reinhard Sax. Bei ihnen liegt die alleinige rechtliche Verfügungsmacht über den Nachlass. Sie haben damit auch über das weitere Schicksal des Anwesens Ganslberg zu entscheiden. Die Grüne Fraktion kann nicht erkennen, dass sie dafür schon in irgendeiner Weise tätig geworden wären. Mit ihrer Untätigkeit schaden sie sehr nachhaltig auch dem Ansehen der Stadt Landshut, weil Außenstehende in dem Geflecht Testamtsvollstreckung-Stiftung-Stadt der Durchblick fehlt. Die Kritik von außen zielt daher stets auf die Stadt (Tenor: Wie geht Landshut mit Koenigs Erbe um!). Wenn die Testamentsvollstrecker sich ihrer Aufgabe nicht gewachsen fühlen, sollten sie ihr Amt niederlegen. Tun sie dies nicht und verharren weiter in ihrer Untätigkeit, wird die Stiftung als Erbe zu prüfen haben, ob darin eine schwere Pflichtverletzung liegt, sodass sie die Entlassung der Testamentsvollstrecker bei Gericht beantragen müsste.

Schon jetzt sieht die Grüne Fraktion Alexander Putz ebenfalls in der Verantwortung in seiner Doppelfunktion als Oberbürgermeister und als Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Ob gemeinsam mit den Testamentsvollstreckern oder notfalls ohne sie. Er muss in diesem Fall die Initiative ergreifen, um weiteren Schaden für das Ansehen der Stadt Landshut wie für den Bestand des Anwesen Ganslberg abzuwenden. Die gewünschte Lösung wird der Stiftung und der Stadt nicht ohne eigenes Zutun in den Schoß fallen.

Soll der Ganslberg als Wohn- und Wirkungsort des verstorbenen Künstlers erhalten werden oder soll er zu einem Ort künstlerisch-kultureller Aktivitäten umgewandelt werden, wie dies von vielen Seiten gefordert wird, dann bewegt man sich in finanziellen Dimensionen, die die Möglichkeiten der Stiftung wie auch der Stadt bei weitem übersteigen. Diese Aufgabe kann nur der Freistaat Bayern oder eine andere öffentliche Körperschaft übernehmen. Einen solchen Träger zu finden, muss von Landshut her versucht werden. Die Vorstellung der Studentenarbeiten der Technischen Universität in Landshut, die für das erste Quartal 2019 geplant ist, ist dabei nicht abzuwarten, da diese Vorstellung der Arbeiten auf die grundlegenden Entscheidungsprozesse der in Betracht kommenden Träger keinen Einfluss haben wird.

Gemeinsam mit der interessierten Öffentlichkeit in Landshut und weit darüber hinaus erwartet die Grüne Fraktion, dass die Verantwortlichen endlich tätig werden und wenigstens den Versuch unternehmen, die Aufmerksamkeit und ein erstes Interesse der Staatsregierung und sonstiger in Betracht kommender Institutionen für das Projekt Ganslberg zu wecken. An Bundesgenossen wird es ihnen dabei nicht fehlen. Die Möglichkeit des Scheiterns muss in Kauf genommen werden.

erstellt am 26. Oktober 2018 | Beitrag drucken

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