Zukunft Martinsschule

Aufmerksam verfolgt die Grüne Fraktion bedenkliche Tendenzen auf dem Immobilienmarkt in der Stadt. Immer wieder werden große Komplexe von einem Investor an den nächsten weitergereicht, in der Regel mit Gewinnaufschlag, wie man annehmen darf. Die Fraktion verweist auf die Beispiele Kaserneneck, ehemaliger Kolpingkomplex in der Freyung, Grundstücke der einstigen Karlschwaige und neuerdings Luitpold-Center. Ein Hauch von Monopoly liegt über der Stadt.

In dieser überhitzten Situation können sich große Teile des Stadtrats, gefolgt vom Oberbürgermeister ernstlich vorstellen, die ehemalige Martinsschule für diesen Markt verfügbar zu machen. Die Grüne Fraktion ist überzeugt, dass damit der Stadt ein dauerhafter und in keiner Zukunft wieder gut zu machender Schaden zugefügt werden würde. Der Wert dieses innerstädtischen Grundstücks für das Ganze der Stadt ist in Geld nicht aufzuwiegen. Mit dem Oberbürgermeister von Münster (CDU) und Präsidenten des Deutschen Städtetags ist sich die Fraktion einig: „Die Stadt gehört allen und nicht allein dem Kommerz“. Der Verkauf solcher städtischen Flächen – so der Präsident weiter – hilft oft nur kurzfristig. Das Geld, das man dafür bekommt, ist bald ausgegeben. Das Grundstück ist für alle Zukunft weg.

Völlig anders stellt sich für die Grüne Fraktion die Situation dar bei dem vorgeschlagenen Kreativquartier. Es wird in die obere Neustadt und darüber hinaus Leben und Urbanität bringen, ohne dabei dem Kommerz zu dienen. Die rechtliche Seite betreffend, soll die Immobilie von einer Stiftung erworben werden. Am Monopoly in der Stadt könnte die nicht teilnehmen, weil dem ihre eigene Satzung, das Stiftungsrecht und die Stiftungsaufsicht entgegenstehen. Sollte die Stiftung je aufgelöst werden, fällt ihr Vermögen – also die Immobilie Martinsschule – Kraft Satzung an die Stadt, der Natur der Sache nach ohne jegliche Gegenleistung. Darauf weist die Fraktion nicht zum ersten Mal hin.

Wenn das Kreativquartier dennoch am Stadtrat scheitert, verlangt die Fraktion zunächst Innehalten. Über die Zukunft des unersetzlichen Areals Martinsschule ist dann völlig neu nachzudenken.

erstellt am 25. Juli 2018 | Beitrag drucken

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