Berichtsantrag Karlschwaige

Laut Bericht der Landshuter Zeitung vom 7.2.2017 wurden im Zuge der Sanierung der Karlschwaige zahlreiche Veränderungen an dem Baudenkmal vorgenommen, die das Aussehen und den Charakter des Hauses stark verändern. Das LfD wolle eine Prüfung der Denkmaleigenschaft durchführen.

Die Verwaltung möge berichten:

1. Was ist der Anlass für die Überprüfung der Denkmaleigenschaft durch das LfD. Die von der Stadt genehmigten Veränderungen am Gebäude oder etwaige weitergehende Veränderungen durch den Bauherrn?
2. Welche Veränderungen am Gebäude wurden genehmigt. Bitte nennen Sie Art und Umfang aller genehmigten Veränderungen.
3. Wurden diese Veränderungen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und/oder dem LfD abgestimmt?
4. Liegt für diese Veränderungen eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis vor?
5. Wurde die Sanierung genehmigungskonform ausgeführt oder gab es darüber hinaus weitere Veränderungen am Gebäude? Wenn ja, welche? Insbesondere ist darzulegen, ob die in der LZ vom 7.2. genannten Veränderungen genehmigt wurden bzw. mit der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem LfD abgestimmt wurden. Wenn nicht, wann erhielt die Stadt Kenntnis von diesen Maßnahmen?
– Die Veränderung der Raumstruktur und der Raumaufteilung im Erdgeschoss
– Unterschiedliche Höhe des Walmdaches an Trauf – und Giebelseite
– Das Entfernen der alten Fliesen und der Holztreppe im ehemaligen Flez
– das Entfernen des ursprünglichen Dachstuhl
– Das Entfernen der Holzbohlenwände im Obergeschoss

6. Warum wurde vor Beginn der Sanierungsarbeiten keine dendrochronologische Untersuchung vorgenommen?
7. Wurden vor Beginn der Sanierungsmaßnahmen die Holzbalken und Bohlenwände auf Schädlingsbefall und Fäulnis, untersucht, wie das bei den Gebäuden in der Wagnergasse geschehen ist? Wenn nein, warum nicht?
8. Der Baugenehmigung wurde ohne Nutzung erteilt. Der Baubescheid erhält den Zusatz, dass für die Nutzung ein gesonderter Bauantrag einzureichen ist. Wurde dieser Bauantrag mittlerweile eingereicht und wie wurde er beschieden?

Begründung:
Die Karlschwaige war eine der letzten Schwaigen in Landshut und entsprach dem einst weit verbreiteten niederbayerischen Querflurhauses. Im Frühjahr 2016 wurde mit einer umfassenden Sanierung begonnen, mit dem Ziel, das Haus einer sozialen Nutzung zuzuführen. Der Umfang der Baumaßnahmen hatte schon im letzten Herbst Zweifel genährt, ob der Denkmalschutz immer gewährleistet war. Auf Nachfrage (Plenaranfrage vom 15.10.2016) bestätigte die Stadt in ihrer Antwort, dass Veränderungen an Denkmälern möglich seien. Sie benötigten aber den Dialog mit der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem LFD und eine denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis. Der vorhandene Ermessensspielraum sei bei diesem Projekt zugunsten der geplanten sozialen Nutzung „vollumfänglich genutzt“ worden. Dennoch wurde die Nutzung in der Baugenehmigung nicht festgeschrieben. Im gleichen Schreiben heißt es unter Punkt 6: „Die Sanierungsmaßnahme wurde ausgeführt wie genehmigt, mit Ausnahmen der Dachflächenfenster auf dem Wohngebäude. Hier wurden Gauben genehmigt. Der Bauherr ist zum Rückbau aufgefordert und hat die Durchführung zugesichert.“
Nun aber droht der Verlust der Denkmaleigenschaft. Das LfD hat eine Prüfung angekündigt, da Baustruktur und Aussehen der Schwaige stark verändert wurden. Es hat den Anschein, dass hier ein Denkmal unwiderruflich zerstört wurde. Es ist von öffentlichem Interesse zu klären, wer für diesen Verlust verantwortlich ist.

 

gez. Hedwig Borgmann

erstellt am 8. Februar 2017 | Beitrag drucken

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