Mit Biomasseheizkraftwerk Energiewende vorantreiben

Bild: v.links: Horst Denk (ZMS), stellvertr. Stadtwerkeleiter Jürgen Baron, Grünen KV-Sprecherin Hedwig Borgmann, Stadtrat Markus Scheuermann, Grünen-Fraktionsvorsitzende Sigi Hagl, OB Hans Rampf, MdL Ludwig Hartmann, 2. Bürgermeister Dr. Thomas Keyßner, Bezirksvorsitzende Rosi Steinberger und Projektleiter Richard Geiger.

Unter dem Leitmotiv „Energiewende jetzt!“ tourt die Grüne Landtags­fraktion derzeit quer durch Bayern und besichtigt Vorzeigeprojekte zum Ausbau Erneuerbarer Energien. Am vergangenen Mittwoch besuchten Ludwig Hartmann, energiepolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen sowie der niederbayerische Landtagsabgeord­nete Eike Hallitzky auf ihrer Energietour u. a. Landshut, wo sie sich zusammen mit örtlichen Vertretern der Grünen über die derzeitigen Pläne zur Umwandlung der MVA in ein Biomasseheizkraftwerk informierten.
Oberbürgermeister Hans Rampf unterstrich in seiner Begrüßungsrede erneut die einmalige Chance, die sich mit dem geplanten BMHKW für die Stadt Landshut auf ihrem Weg in die Erneuerbaren Energien eröffne. Zugleich appellierte Rampf an die politischen Vertreter vor Ort die Umrüstung konstruktiv zu begleiten. In das gleiche Horn stieß die Vorsitzende der Grünen Stadtratsfraktion Sigi Hagl. Sie nannte die bisherigen Zwischenergebnisse im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit der Anlage, Wärmekundengewinnung und Brennstoffbeschaffung „ermutigend“. Das Säen von Zweifeln sei daher unbegründet und kontraproduktiv, so Hagl.Bei näherer Betrachtung erwiesen sich die vorgebrachten Bedenken wie etwa die Probleme, Großabnehmer für die Fernwärme zu gewin­nen, als haltlos. Zwar können öffentliche Einrichtungen wegen einer EU-weiten Ausschreibungspflicht keine Vorverträge abschließen, sondern bloße Absichtserklärungen geben. Sobald das Netz im Boden sei, habe sich das Thema jedoch von selbst erledigt, da es keinen Konkurrenzanbieter für Fernwärme gäbe.

Richard Geiger, Leiter der Projektgruppe zur Umrüstung der MVA zum Biomasseheizkraftwerk erläuterte den Gästen die Umbauplanun­gen. In acht Teams arbeiten Stadtwerke und Stadtverwaltung derzeit mit Hochdruck an dem Projekt, so dass dem bisherigen Zeitplan einer Inbetriebnahme im Dezember dieses Jahres nichts im Wege stehe. „Wir könnten damit bereits im 3. Jahr nach der Idee in Betrieb gehen, vorausgesetzt der Stadtrat entscheidet sich im Oktober für das Projekt“, so Geiger. Das BMHKW liefere 53 GWh Wärme pro Jahr, das entspricht dem Wärmebedarf von 3.300 Haushalten. Zusätzlich ließen sich damit jährlich fast 19 GWh Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen, was einem Verbrauch von 6000 Haushalten entspricht. Das im Endausbau 22 km lange Fernwärmenetz soll sich im Osten der Stadt vom Lurzenhof entlang der Niedermayerstraße bis zur Podewillstraße erstrecken.

Auf die Frage von MdL Ludwig Hartmann nach einem Kälteabnehmer zur Ganzjahresauslastung, verwies Horst Denk vom Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS), dem Betreiber der MVA Landshut auf die korrekturbedürftige Förderpolitik von Leitungs­netzen, die einen Kältebetrieb der Anlagen derzeit wirtschaftlich kaum möglich mache. Das Fördersystem nehme keine Rücksicht auf unterschiedliche Siedlungsstrukturen. Damit seien dicht besiedelte Kommunen wie München klar im Vorteil, so Denk.

Die grüne Landtagsdelegation zeigte sich vom Landshuter Vorhaben auf Biomasse umzurüsten, beeindruckt. Damit werde die Energie­wende

erstellt am 3. Juni 2011 | Beitrag drucken

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